Kommentar

Erinnert Ihr Euch noch an den Raddialog?

Im Herbst 2017 sammelte die Stadt Bonn im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahrens Vorschläge von Bonner:innen zur Verbesserung der Radinfrastruktur. Über 2300 Vorschläge wurden im Raddialog zusammengetragen. Seitdem wurden kleinere Verbesserungen an einzelnen Stellen umgesetzt. Viele Wünsche blieben aber bis heute offen. Wir möchten, dass die vielen guten Vorschläge der Bonner:innen nicht untergehen und der „Raddialog“ nicht zu einem „Radmonolog“ verkommt.

Im sogenannten Raddialog (Abschlussbericht) haben im Herbst 2017 etwa 600 Bonner:innen über 2300 Vorschläge zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Bonn gemacht. Diese Karte der damals eingegangenen Vorschläge zeigt sehr eindrücklich, dass es an sehr vielen Stellen in ganz Bonn knirschte im Kettengetriebe. Die einzelnen Vorschläge konnten damals zusätzlich mit Stimmen bewertet und in Kommentaren diskutiert werden. Diese Kommentare sind allerdings leider aktuell nicht mehr verfügbar. Dankenswerterweise hat sich aber die Koordinierungsstelle für Bürgerbeteiligung der Stadt bereiterklärt diese Daten wiederherzustellen und verfügbar zu machen (UPDATE: Die Stadt hat inzwischen die Original-Website wiederhergestellt). Damals hatte es leider nur 62 Rückmeldungen von Seiten der Stadtverwaltung zu den Vorschlägen der Bürger:innen gegeben. Von einem wirklichen Dialog mag man kaum sprechen.

Ganz viel hat sich seit dem Raddialog nicht getan. Bonn ist auch 2020 noch keine Fahrradstadt. Wir möchten darum den Dialog mit der Stadtverwaltung für eine bessere Radinfrastruktur wiederbeleben. Daher arbeiten wir die Vorschläge aus dem Raddialog derzeit in Stadtteilteams nochmal auf. Wir möchten Empfehlungen für Sofortmaßnahmen, die ohne größere Baumaßnahmen umsetzbar sind, der Verwaltung unterbreiten, damit die Verkehrswende in Bonn beginnen kann. Klar ist uns dabei aber auch, dass die Infrastruktur nicht einzig durch solche kleinen Einzelmaßnahmen zufriedenstellend verbessert werden kann. Die Umsetzung des Radentscheids verlangt grundlegende neue Konzepte und Planungen, wie neue qualitativ hochwertige Radwege und geschützte Kreuzungen. Auch im Raddialog zeigte sich der Wunsch nach einer solchen Neuregelung des Radverkehrs durch die Sammlung der allermeisten Vorschläge in den planungsintensiven Kategorien „Radverkehrsführung“ und „Radwegequalität“.

Zusätzlich zeigten sich anhand der Anzahl der Vorschläge, Stimmen und Kommentare auch deutliche räumliche Schwerpunkte von verbesserungsbedürftigen Stellen in Bonn. Diese großen Dauerbrenner der problematischen Stellen des Radverkehrs, wie z.B. Hauptbahnhof, Bertha von Suttner Platz oder Kennedybrücke bedürfen auch weiterhin einer grundlegenden Überarbeitung durch die Radverkehrsplanung der Stadt.

Insgesamt gibt es also viel zu tun in Bonn und zwar in ganz Bonn und an vielen Stellen. Lasst es uns aber nicht durch zu erarbeitende Konzepte und größere Planungen immer wieder vertagen. Lasst uns jetzt schonmal mit Sofortmaßnahmen beginnen: Unsere Vorschläge aus dem Raddialog sind ein erster Schritt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.