Kidical Mass · Mobilität

Kinder auf’s Rad! Aber ist das sicher?

Wir wollen eine Stadt, in der sich auch Kinder auf Rollern, Fahrrädern oder Inline-Skates sicher bewegen können! Die Chance zu haben, spielerisch Mobilität zu erkunden und ein Stück Unabhängigkeit zu entwickeln, sollte selbstverständlich sein. Was braucht es dafür?

Wir haben im neuen Fahrradmonitor des Bundesverkehrsministeriums nachgelesen. Die Zahlen sind relativ eindeutig: Radelnde fühlen sich auf getrennten Radwegen sicher (94 %, bzw. 83 % bei Protected Bikelanes). Sobald diese physische Grenze zum Autoverkehr fehlt, fühlen sich nur noch 29 % der Befragten sicher. Bei Tempo 50 „nebenan“ sind es verständlicherweise nur noch 13%. Für radelnde Kids mit weniger Erfahrung ist die Erfahrung, mit 30 km/h eng überholt zu werden, schnell eine angsteinflößende Erfahrung. Kein Wunder, dass viele Eltern ihre Kinder zur Schule, zum Sport oder zu Freunden lieber mit dem Auto bringen. Oftmals reichen schon nicht abgesenkte Bordsteine, um die Freude am Radeln für die ganz Kleinen zu trüben, weil sie immer wieder absteigen müssen. Wir müssen feststellen, dass die Infrastruktur und das Gefährdungspotential von Autos leider viele Familien daran hindern, in Bonn radelnd unterwegs zu sein.

Etwas weniger als die Hälfte der Kinder zwischen 0 und 15 Jahren (47 %) fahren nach Angabe der Eltern mehrmals in der Woche mit dem Rad. Das Fahrrad wird damit trotzdem von Kindern häufiger genutzt als vom Durchschnitt der Befragten (39 %). Mehr als die Hälfte der Eltern lassen Kinder erst ab 11 Jahren unbegleitet fahren. Bis dahin fahren sie in aller Regel auf den Gehwegen. Großzügige Gehwegbreiten, ausreichender Abstand zu abgestellten Autos, übersichtliche Kreuzungen und verkehrsberuhigte Zonen sind einige der wichtigen Bedingungen, damit Kinder stressfrei auf dem Rad oder Roller unterwegs sein können. Hier schlummert viel Potential zur Vermeidung innerstädtischer Autonutzung. Stimmen die Bedingungen für sicheres auch begleitetes Radfahren, kann das Auto häufiger zu Hause bleiben. Übrigens wird durchschnittlich jede dritte Lastenradtour zum Kindertransport genutzt. Wer gerne mehr erfahren will, findet hier die Langfassung des Fahrradmonitors.

Damit wir hier in Bonn nicht ewig darauf warten müssen, dass die Infrastruktur stimmt, findet auch in diesem Frühling wieder die Kidical Mass statt. Am 04. Mai sehen wir uns um 14:30 Uhr am Hofgarten.

Für mehr Schulstraßen sammeln wir bundesweit Unterschriften. Die Bonner Petition könnt ihr hier unterzeichnen: https://weact.campact.de/petitions/kinder-schutzen-jetzt-schulstrassen-in-bonn-und-ganz-deutschland

geschrieben von Peter

2 Kommentare

  • Hallo Radfahrerfamilien.

    In Beuel wird seit Jahren an der Route 4 über die Rheinbrücke-Adenauerplatz-Sankt-Augustiner Straße gebastelt. Vor allem die schmale Parallelstrecke in Richtung Hangelar ist für Kinder, alte Leute und Freizeitfahrer ohne Ehrgeiz nicht attraktiv und gefährlich.
    DEshalb soll ja der Beueler Combahnfriedhof teilweise , die daneben stehenden Gründerzeithäuser und ein Mehrfamilienhaus aus den 60iger Jahren abgerissen werden, die ganze Straße soll ca. 7 – 8 m breiter werden, damit die Straßenbahn eine eigene Trasse bekommt, die Radfahrer eine breitere und sichere Trasse bekommen und die Fußgänger auch mehr PLatz bekommen. Für die 300 m ab Combahnstraße werden sicher mehr als 10 Millionen € verbraten. Sinnvoll ist das aber nur, wenn der Rest der Micker- und Abenteurerstrecke davor verbreitert wird, sonst hat man nichts gewonnen.
    Aber das ist in Planung. Ich habe mich gefragt, wie das am Bürgersteig vor den Geschäften direkt hinter der Rheinbrücke möglich sein soll, ohne die dort stehenden Bäume zu entfernen? Ist es nicht. „Die sind wahrscheinlich morsch hörte ich von Bezirksverretern am letzten Samstag auf dem Rathausvorplatz Beuel.
    Selbst dann, wenn man das tolerieren könnte, hat man nicht sonderlich anBreite gewonnen und der Querungsverkehr über die Bahntrasse nach Norden ist dann immer noch so unsicher fr die Fußgänger wie vorher.
    Diese Streckenführung am Stadtzentrum Beuel vorbei hat sich so in den Köpfen der Politik festgesetzt, daß Lösungen, die sinnvoller sind nicht refelktiert werden.
    DEr RAdentscheid hat schon mal vorgeschlagen eine Route durchs Beueler Zentrum parallel zu den Bahnschienen zu führen oder Siegfried Leopold Strasse. J a das wärs.
    Alle Radfahrer werden hinter der Brücke rechts in die Hermannstrasse abbiegen müssen, dann links in die Friedrich-Breuer-Strasse dann immer geradeaus bis zur Gustav-Kessler-Strasse (läuft parallel zu den BundsesBahngleisen, dann die Königswinterer Str. queren in den Platanenweg und danach auf den ausgebauten Radweg in Richtun Sankt Augustin.
    2 größere Probleme müssen gelöst werden. Die Straßenbahnschienen, in denen häufig Radfahrer zu Boden gehen, die Querung der Königswinterer Strasse.
    Bei den Gleisen kann zZt. letztendlich nur die Einschränkung des Schienenverkehrs auf ein Gleis mit Pendelverkehr zwischen Haltestelle Adenauerplatz und Bahnhof Beuel für Sicherheit sorgen.
    Für die Querung der Königswinterer Strasse wäre eine Fahrrad-Fußgänger-Brücke parallel zur Bahntrasse auf den Platanenweg schön und praktisch.
    Damit würde auch das Gewürge an der Fußgänger-Fahrrad-Ampel hinter der Brücke (gemeingefährlich!) und dem folgenden RAd-Fußweg über die Klapperstrecke vor den Geschäften am Adenauerplatz beendet, weil da dann nur noch Fußgänger liefen und die Bäume nicht für morsch erklärt werden müßten, wie das beim Beueler Friedhof voraussehend passiert ist.
    Die Strecke durch Beuel hätte auch den Vorteil, daß sie kompatibel mit einer möglichen Rheinbrücke für Rad- und Fußverkehr kompatibel wäre, die dann Höhe Chinaschiff auf der FRiedrich-Breuer-Strasse ankommen könnte.
    Sicher gibt es noch mehr Möglichkeiten als die aktuell beplante Strecke nach Augustin.

    • Martin Pelzer sagt:

      Hallo Herr Linnemann,
      die von Ihnen vorgeschlagene Routenführung ist nach wie vor – ebenso wie die Strecke über den Konrad-Adenauer-Platz und weiter entlang der B56 – Teil des vor 2 Jahren vom Stadtrat beschlossenen Radroutennnetzes. Insofern reden wir hier nach aktueller politischer Beschlusslage nicht von einem „Entweder – Oder“ sondern von einem „Und“. Mit dem Vorschlag der 10 Velorouten haben wir gemeinsam mit dem ADFC aus diesem beschlossenen Radroutennetz eine kleine Teilmenge herausgepickt, um einen Vorschlag zu unterbreiten, wo man nun konkret mit dem Ausbau der Radinfrastruktur starten könnte, um das beschlossene Radroutennetz Realität werden zu lassen. Dabei haben wir uns für die Route Kennedybrücke – Konrad-Adenauer-Platz – Sankt Augustiner Straße entschieden, da die Stadt an dieser Route bereits aktiv plant (für die Stadtbahn) und es bereits politische Beschlüsse zur Schaffung besserer Radinfrastruktur dort gibt. Mit den 10 Velorouten möchten wir Routen aufzeigen, auf denen bessere durchgängige Radinfrastruktur in absehbarer Zeit machbar erscheint. Was bietet sich da mehr an als Strecken, an denen sowieso schon geplant wird?

      Warum Sie Ihren Kommentar nun unter einen Artikel von vor 2 Jahren zu einem völlig anderen Thema schreiben, erschließt sich mir nicht so recht. Ich erlaube mir daher, hier durch einen Link noch mal einen Bezug zur Thematik, über die Sie schreiben, herzustellen: https://www.radentscheid-bonn.de/blog/zehn-velorouten-fuer-bonn/

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