Schlagwort: Planung

  • Das Radnetz ist beschlossen – jetzt soll es auch Realität werden!

    Das Radnetz ist beschlossen – jetzt soll es auch Realität werden!

    Radentscheid und ADFC begrüßen den Beschluss des Stadtrats über das neue Radroutennetz. Damit ist nun die Basis geschaffen, den Ausbau der Radwege an den richtigen Stellen voranzutreiben und den auch im Radentscheid beschlossenen Netzgedanken mit durchgehenden Ost-West- und Nord-Süd-Routen sowie Verbindungen zwischen allen Stadtteilen und ins Kreisgebiet zu realisieren.

    Die Erlebbarkeit von sicheren Radrouten auf durchgängigen und ohne große Ortskenntnis zu nutzenden Strecken sind wesentlich für die Nutzung des Fahrrades. Dies gilt insbesondere für Menschen, die nicht über jahrzehntelange Fahrpraxis verfügen und hier nun vermehrt auf das Rad umsteigen können.  Die damit einhergehende Entlastung der städtischen Straßen vom Pkw-Verkehr kommt allen Bürger*innen und dem Wirtschaftsverkehr zugute. Daher ist es wichtig, den Blick auf mögliche durchgehende Routen zu richten und gezielte Maßnahmen zum Lückenschluss, für eine sichere Gestaltung der Wege und eine einfachere Nutzbarkeit anzugehen. Das Radnetz muss mit einem eigenen Umsetzungsplan und eigenständigen Maßnahmen ausgebaut werden. Denn eine Umsetzung allein im Rahmen von Kanal- und Straßensanierungen (z.B.: Oxfordstraße, Adenauerallee, Bornheimer Straße) schafft in absehbarer Zeit nicht das im Radentscheid beschlossene durchgängige Radwegenetz.

    Auf Grund des langen Vorlaufs ist es wichtig, nach dem jetzt getroffenen Netzbeschluss unmittelbar die nächsten Umsetzungsprojekte auszuwählen und den Planungsprozess zu beginnen. Jede weitere Planung sollte jetzt unbedingt den priorisierten Hauptrouten folgen. Das macht die Maßnahmen als Teil des Gesamtnetzes verständlich. Wir sind überzeugt, dass dieses neue Vorgehen auch breite Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen wird. 

    Wir haben in den vergangenen Wochen zusammen mit dem ADFC eine eigene Priorisierung vorgenommen. Im neuen Radnetzplan haben wir Problempunkte analysiert und diese nach vier Kriterien bewertet. Es ging dabei um vorhandene Gefahrenstellen, wichtige Lückenschlüsse, Schulrouten oder Strecken, auf denen Umsetzungsmaßnahmen konfliktarm umzusetzen sind.

    Die Karte mit Layern für die verschiedenen Radwegekategorien lässt sich hier im Vollbildmodus öffnen.

    Zu den priorisierten Maßnahmen zählen ein Mittlerer Radring rund um die Bonner Innenstadt, zwei Hauptpendlerrouten aus Meckenheim nach Bonn, eine Verbindung zwischen Venusberg und Rhein sowie eine innerstädtische Verbindung von Endenich über Poppelsdorf nach Kessenich. Auch einer Verbesserung der Situation für Radfahrer in der Bahnunterführung Poppelsdorfer Allee hat für uns hohe Priorität. In Bad Godesberg sollten zügig der bahnparallele Radweg verbessert, teilweise verbreitert und bis Mehlem verlängert werden. Zudem schlagen wir konkrete Maßnahmen auf zentralen Schulrouten vor (Gotenstraße, Pennenfeld).

    In Beuel sind besonders wichtige Kreuzungsentschärfungen etwa an der Autobahnauffahrt Beuel-Nord, an der Kennedybrücke und an der Einmündung Siegburger Straße/Pützchens Chaussee sowie die Querung der Niederkasseler Straße. Gravierende Gefahrenpunkte sehen ADFC und Radentscheid auf der Radroute Beuel-Ennert, insbesondere im Zuge der Pützchens Chaussee. Alle Vorschläge liegen der Stadtverwaltung vor. 

    Wir fordern die Oberbürgermeisterin, den Dezernenten und die Stadtverwaltung auf, jetzt die nächsten Umsetzungsschritte zu planen und umzusetzen. Dabei weisen wir auch auf den im Transparenzbericht zum Radentscheid im Mai 2023 von der Stadt zugesagten Umsetzungsplan zum Radentscheid hin, der bis heute nicht vorgelegt wurde. Mit unserer Initiative geben wir Hinweise aus unseren umfangreichen Erfahrungen vor Ort, wo die nächsten Maßnahmen benötigt werden. 

    Gleichzeitig wenden wir uns auch an die politischen Gremien. Die Weiterentwicklung unserer Verkehrsinfrastruktur braucht aufgrund der Wichtigkeit und der damit verbundenen Interessens- und Flächenkonflikte eine kontinuierliche Begleitung und Unterstützung durch alle Fraktionen und die politischen Gremien. Dazu gehört auch eine Priorisierung der Maßnahmen, die für die Menschen vor Ort gut verständlich ist. Wir bieten an, unsere Vorschläge auch in Ihren Gremien jederzeit vorzustellen und die Hintergründe zu erläutern.

  • Das neue Radwegenetz – Einblick in den Stand der Planung

    Das neue Radwegenetz – Einblick in den Stand der Planung

    Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Dieser Plan ist zur Erörterung in den politischen Gremien und der Grundsatzbeschluss dafür steht noch aus. Auch ist noch nicht klar, in welchem Zeitraum und in welcher Reihenfolge die Radrouten ge- oder ausgebaut werden sollen.

    Ziel 1 des Radentscheids: Ein durchgängiges Radwegenetz

    Im ersten Ziel des Radentscheids wird ein durchgehendes Routennetz gefordert. Der Plan ist der erste Schritt dazu. Nur wenn man sich auf die Strecken grundsätzlich geeinigt hat, können die Einzelmaßnahmen sinnvoll angegangen werden.

    Basis der Planung ist der Verkehrsentwicklungsplan von 2010. Schon dort ist ein kategorisiertes Radroutennetz beschlossen worden. Dahinter liegt die Überlegung, welche Verkehrspunkte (Stadtteilzentren, Schulen, große Arbeitgeber, Wohngebiete u.s.w.) mit Wegen verbunden werden müssen. Daraus ergeben sich Haupt- und Nebenrouten in verschiedenen Kategorien. Diese Planung wurde jetzt überprüft, ergänzt und aktualisiert. Zusammen mit dem Rhein-Sieg-Kreis wurden über ein Planungsbüro überregionale Pendlerrouten ausgearbeitet. Auch sie sind Teil des Netzes.

    Was bedeutet die Linie in meiner Straße?

    Prinzipiell sind die Radrouten in vier Stufen aufgeteilt. Hinter jeder Stufe steht die Überlegung, wie wichtig die jeweilige Verbindung für das Gesamtnetz ist. Dazu gibt es einen grundsätzliche Vorschlag, wie der Radverkehr in der jeweiligen Kategorie geführt werden soll. In diesem Stadium der Planung konnte aber noch nicht über die gesamte Stadt geprüft werden, ob auf den Routen ausreichend Raum für die entsprechende Ausbauvariante zur Verfügung steht. Bei der weiteren Ausarbeitung und Umsetzung sind sicher Kompromisse nötig und an manchen Stellen wird man auch noch Alternativen in benachbarten Straßen prüfen müssen.

    Wie ist der Plan aufgebaut?

    Die Radschnellwege (in unserem Plan pink) sind wichtige regionale Strecken für Pendler- und Freizeitverkehr, die entsprechend der Richtlinien komfortabel breit ausgebaut werden sollen. Die gestrichelten Routen dabei sind potentielle Strecken, die aktuell noch nicht Teil des Netzes sind.

    Die Radpendlerrouten (dunkelblau) sind die überregionalen Verbindungen, die möglichst als eigenständige Trasse mit Vorrang an Kreuzungen gebaut werden sollen. Auch hier gibt es gestrichelte, potentielle Strecken.

    Die Hauptrouten (hellblau) sind die gesamtstädtischen Verbindungen, die eine unterbrechungsfreie Führung und einen Ausbau nach den Radentscheid-Standards erhalten sollen.

    Dazu gibt es noch das Basisnetz (gelb) mit ergänzenden Strecken, die die verschiedenen Quartiere untereinander und mit den Hauptrouten verbindet. Es soll unterbrechungsarm und nach den aktuellen Radverkehrsstandards gebaut werden.

    In unserer Karte lassen sich im Menü links am Rand die verschiedenen Routentypen ein- und ausblenden. So lässt sich leichter erkennen, wie sich der Radverkehr verteilen soll. Auch kann man sich beliebig in die Karte hineinzoomen, um die Details besser erkennen zu können.

    Vollbildanzeige

    Hier geht es zum Plan. Wir freuen uns über eure Kommentare und Ideen zu den Routen.